CS2-Masterarbeit will Cheater über Konten hinweg erkennen
Eine Masterarbeit der NTNU entwickelt verhaltensbasierte Spielerprofile aus CS2-Demos. Der vielversprechende Ansatz ist bislang ein Forschungsprototyp und kein aktives Anti-Cheat-System.
Der Spieler statt nur des Kontos im Mittelpunkt
Ein Masterstudent der Norwegischen Universität für Wissenschaft und Technologie, online als magga_ bekannt, hat nach eigenen Angaben eine Methode entwickelt, die wiederkehrende Regelbrecher über mehrere Counter-Strike-2-Konten hinweg erkennen kann. Statt eine Sanktion ausschließlich an ein gesperrtes Konto zu binden, prüft das Verfahren, ob sich typische Spielgewohnheiten auf einem neuen oder alternativen Konto wiederholen.
Der Ansatz erkennt weder Cheat-Software unmittelbar noch soll er die bürgerliche Identität einer Person feststellen. Er berechnet vielmehr, wie wahrscheinlich es ist, dass das Verhalten auf zwei Konten vom selben Spieler stammt. Damit wäre die Methode eher ein ergänzendes Signal nach einem bereits bestätigten Verstoß als ein Ersatz für eigentliche Anti-Cheat-Lösungen wie VAC.
Verhaltensprofil aus vorhandenen Match-Demos
Als Grundlage dienen die Demos, die CS2 ohnehin von Partien erstellt. Sie enthalten keine rohen Sensordaten der Maus, speichern jedoch vom Spiel verarbeitete Informationen wie Blickrichtung, Tastenstatus, Bewegung, Schüsse und die zeitliche Abfolge von Aktionen in einer Runde. Daraus erzeugt der Forscher getrennte Profile für maus- und tastaturbezogene Muster und vergleicht anschließend ihre Ähnlichkeit zwischen Konten.
Feine Gewohnheiten beim Flick-Aiming, Counter-Strafing, Schussrhythmus oder bei wiederkehrenden Bewegungswechseln könnten persönlicher sein als Rang, Trefferquote oder das Ergebnis einer einzelnen Partie. Name, Waffenwahl und Empfindlichkeit lassen sich schnell verändern. Kleine Zeitmuster, die sich über Jahre als Muskelgedächtnis eingeprägt haben, dauerhaft zu verbergen, dürfte dagegen schwieriger sein. Genau diese Annahme prüft die Arbeit.
Vielversprechende Resultate mit klaren Grenzen
Magga_ berichtet, dass die Kombination beider Profile in seinem eigenen Forschungsdatensatz die bekannten Zuordnungen derselben Person trennen konnte. Einige zunächst als falsch positiv betrachtete Treffer hätten sich nach einer Prüfung der Kontobeziehungen zudem als zuvor nicht gemeldete Zweitkonten erwiesen. Dabei handelt es sich um Ergebnisse aus dem eigenen Forschungsdatensatz, nicht um einen Nachweis für die gesamte weltweite CS2-Spielerschaft.
Die Zahl verifizierter Kontopaare derselben Person war begrenzt, und für ein neues Konto benötigt das Verfahren mehrere Partien. Gemeinsam genutzte Konten, starke Änderungen an Ausrüstung oder Spielstil sowie bewusste Versuche, das Profil zu verschleiern, müssen noch gesondert untersucht werden. Da eine falsche Verknüpfung Unschuldige treffen könnte, wären vor einem Einsatz wesentlich größere und unabhängige Tests erforderlich.
Forschungsprototyp statt aktiver Anti-Cheat-Funktion
Valve hat das Projekt nicht als CS2-Funktion angekündigt, und die Methode ist kein Bestandteil des derzeitigen Live-Anti-Cheat-Systems. Der Forscher spricht zwar von einem funktionsfähigen Prototyp, dessen Ergebnis kann aber lediglich auf eine mögliche Verhaltensverbindung zwischen zwei Konten hinweisen. Es beweist für sich allein keinen Betrug. Ein echter Einsatz bräuchte strenge Schwellenwerte, zusätzliche Belege, menschliche Prüfung, Einspruchsmöglichkeiten und klare Löschfristen.
Die neue Auswertung bereits vorhandener Matchdaten wirft außerdem Fragen zu Datenschutz und Regeln auf. Eine Plattform müsste festlegen, welche Daten wirklich nötig sind, wie lange ein Profil gespeichert bleibt und ob eine alte Sanktion unbegrenzt auf weitere Konten übertragen werden darf. Trotz dieser offenen Punkte zeigt die Arbeit eine interessante Forschungsrichtung für Wettbewerbsspiele, in denen ein Kontowechsel Sanktionen schnell wirkungslos machen kann. CS2-Skins und Konten lassen sich auch bei GameinShop mit Treuhandschutz sicher handeln.
Quelle: Steam News